Die Antwort lautet: nichts. Der Sommer hat seine eigene Biologie, und Babys spüren sie früher als alle anderen.
Warum der Sommer den Schlaf von Babys verändert
Der menschliche Schlaf wird durch den zirkadianen Rhythmus reguliert, diese innere Uhr, die dem Körper sagt, wann Tag und wann Nacht ist. Bei Babys unter 6 Monaten befindet sich diese Uhr noch im Aufbau. Bei älteren Babys funktioniert sie bereits, ist aber äußerst lichtempfindlich.
Das Licht: der stille Feind des Schlafs im Sommer
Ab der Sommersonnenwende wird es in Spanien vor 7 Uhr hell und nach 21 Uhr dunkel. Das sind 14–15 Stunden Tageslicht. Für das Gehirn eines Babys hemmt all dieses Licht die Produktion von Melatonin, dem Hormon, das den Schlaf einleitet. Das Ergebnis: mehr Widerstand gegen das Einschlafen am Abend, kürzere Nickerchen und früheres Aufwachen.
Es ist nicht so, dass dein Baby das Schlafen „vergessen“ hat. Seine Biologie reagiert genau so, wie sie auf die Lichtinformationen, die es empfängt, reagieren soll.
Die Hitze und die Körpertemperatur
Der Körper muss seine Kerntemperatur leicht senken, um den Schlaf einzuleiten. Wenn die Raumtemperatur über 22–24 °C liegt, wird dieser Prozess erschwert. Das Baby braucht länger zum Einschlafen, wacht leichter auf und die Nickerchen werden kürzer.
Die Wohlfühltemperatur für den Schlaf eines Babys liegt zwischen 18 und 22 °C. Im Sommer kann es aktiven Einsatz erfordern, diese Temperatur zu halten: ein Ventilator, der auf die Wand und nicht auf das Baby gerichtet ist; leichtere Schlafkleidung; den Raum vor dem Zubettgehen lüften.
Veränderungen im Tagesablauf
Urlaub, Besuche, Aktivitäten außer Haus, andere Essenszeiten. Der Sommer unterbricht die Vorhersehbarkeit, die Babys so sehr brauchen, um sich sicher zu fühlen. Und ohne Vorhersehbarkeit wird der Schlaf fragmentiert.
3 Anpassungen, die du diese Woche vornehmen kannst
Verdunkle den Raum mit dem, was du zur Hand hast
Keine ausgefallene Verdunkelung nötig. Eine dunkle Decke, die mit Malerkrepp am Fenster befestigt wird, funktioniert völlig problemlos. Ziel ist, dass der Raum während der Nickerchen abgedunkelt ist und beim Zubettgehen am Abend kein Außenlicht mehr hereinkommt. Allein diese Änderung kann die Nickerchen innerhalb von 2–3 Tagen verbessern.
Das Bad oder die letzte ruhige Aktivität vorziehen
Wenn dein Schlafritual um 20 Uhr beginnt, draußen aber noch helles Licht herrscht, ist das Nervensystem deines Babys stärker aktiviert als gewöhnlich. Das Baden 20–30 Minuten vorzuziehen und früher ins abgedunkelte Zimmer zu gehen, hilft dem Körper, mit der Temperatursenkung und der Melatoninproduktion zu beginnen.
Behalte bei, was funktioniert
Der Sommer verleitet dazu, viele Dinge gleichzeitig zu verändern. Versuche, nur eine Variable pro Woche anzupassen. Wenn das Schlafritual funktioniert – dasselbe Lied, dieselbe Reihenfolge, dieselben Schritte –, behalte es bei, auch wenn du die Uhrzeit änderst. Die Abfolge signalisiert dem Gehirn deines Babys, dass der Schlaf bevorsteht.
Eine Anmerkung zu den Nickerchen im Sommer
Die Nickerchen sind die ersten, die im Sommer leiden. Durch mehr Licht und mehr Umgebungsgeräusche fällt es Babys tagsüber schwerer, in den Tiefschlaf zu finden. Wenn du bemerkst, dass die Nickerchen auf 30–40 Minuten kürzer werden, gerate nicht in Panik: Das ist zu erwarten.
Achte darauf, dass das Zimmer dunkel und kühl ist, und beobachte, ob dein Baby trotz des kürzeren Nickerchens gut ausgeruht ist. Ein gut gelauntes Baby mit viel Energie zwischen den Nickerchen ruht sich ausreichend aus, auch wenn die Uhr etwas anderes sagt.
Und was dich betrifft, Mama
Die Erschöpfung nimmt im Sommer zu, weil die Nächte unruhiger und die Nickerchen kürzer sind. Wenn du das Gefühl hast, an deine Grenzen zu kommen, denke daran, dass auch dein Nervensystem den Schlaf deines Babys beeinflusst. Bevor du zum Zubettbringen ins Zimmer gehst, atme dreimal bewusst ein und aus. Nicht, um perfekt zu sein, sondern um deinem Körper das Signal zu geben, dass jetzt Ruhe einkehrt. Dein Baby wird das spüren.
Der Sommer macht nicht zunichte, was du aufgebaut hast. Er bringt nur zusätzliche äußere Faktoren mit sich, die du mit kleinen Anpassungen und einem Verständnis für die biologischen Vorgänge bewältigen kannst. Deinem Baby geht es nicht „schlechter“. Es reagiert auf die Welt mit genau der Sensibilität, die es haben sollte.
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